Sterben ist ein natürlicher Lebensabschnitt, der letzte. Das Sterben gehört noch zum Leben. Diesen Lebensabschnitt kann man medikamentös begleiten. Man kann Schmerzen und Unruhezustände, Atemnot und Krämpfe lindern. Und man kann einfach nur da sein, das Sterben mit aushalten.


Trauerbewältigung


Hat der Sterbeprozess einmal begonnen, kann man ihn nicht aufhalten.Der eigentliche Sterbeprozess dauert Stunden oder Tage, die durch zunehmendes Organversagen (oft aus einer chronischen Erkrankung heraus) gekennzeichnet sind.

Zunächst wird die Wahrnehmung durch verminderte Hirnaktivität eingeschränkt. Seh- und Hörvermögen lassen nach. Die Atmung wird flacher und röchelnd. Während das Ende des Sterbeprozesses klar definiert ist, kann man den Beginn des Sterbens nicht so eindeutig festlegen.

Einschläfern bedeutet, dass der natürliche Sterbeprozess nicht durchlaufen bzw. abgekürzt wird. Wäre der Sterbeprozess mit seinen verschiedenen Phasen sinnlos, gäbe es ihn in dieser Form nicht.

Geht man davon aus, dass die Seele um den (für sich passenden) Sterbezeitpunkt weiß und das Sterben durchaus zielgerichtet einleitet, nimmt man dem Lebewesen hier seine letzte Selbstbestimmtheit und greift in eine wichtige noch zum Leben gehörende Phase ein.

Sieht man den Sterbeprozess als wichtigen letzten Entwicklungsschritt der Seele, nimmt man der Tierseele diese Entwicklungsmöglichkeit.

Nur kann nicht jeder das aushalten und manchmal sind die Gegebenheiten nicht so, dass man sich für eine natürliches Sterben oder auch ein Durchleben schwerer chronischer Krankheit im Vorfeld entscheiden könnte. Der Mensch trifft die Entscheidung, die Krankheit und das Sterben gemeinsam mit seinem Tier bis zum Ende zu (er-)leben oder er wählt die Abkürzung.

Bedeutet Sterben zwangsläufig Leiden? Für den Tierbesitzer ist das eine ganz wichtige Frage. Allerdings sollte man hinterfragen, um wessen Leiden es eigentlich geht, um das Leiden des Tieres oder das des Tierhalters.

Viele Ängste des Besitzers haben mit der Angst vor dem (eigenen) Tod zu tun und auch mit falschen Vorstellungen über den Sterbeprozess. Zum Beispiel verhungert und verdurstet das Tier nicht, wenn es keine Nahrung und kein Wasser aufnimmt.

Wir dürfen nicht davon ausgehen, wie schlimm Hunger und Durst für den gesunden Organismus sind und wie nötig Wasser und Nahrung zum Wiederaufbau nach einer Krankheit oder einer Operation sind. Die Nahrungs- und Flüssigkeitsaufnahme werden eingestellt, um den Sterbeprozess zu erleichtern.

Ein Leiden, wie es der Mensch angesichts des Todes durch Unerledigtes, durch Nicht-Loslassen-Wollen empfindet, werden wir beim Tier nicht finden.

Allerdings wird das Tier nur leicht gehen können, wenn seine Bezugspersonen es loslassen.