Nierenunterfunktion (Insuffizienz)

 

Niereninsuffizienz bedeutet, dass die Leistungsfähigkeit der Nieren stark eingeschränkt ist.

 

Eine akute Niereninsuffizienz (auch akutes Nierenversagen genannt) entsteht zum Beispiel durch starken Blutverlust oder bei Vergiftungen. Der Funktionsverlust der Niere findet dann innerhalb kurzer Zeit statt. Wesentlich häufiger ist die chronische Niereninsuffizienz, eines der häufigsten Probleme älterer Hunde.

 

 

Die Nieren sind paarig angelegt und liegen beidseits neben der Wirbelsäule, kurz hinter dem Zwerchfell. Sie haben zwei Hauptfunktionen:

 

  1. Ausscheidung von Giftstoffen: Überflüssige Endprodukte des Stoffwechsels und andere Giftstoffe müssen mit dem Harn ausgeschieden werden. Die Nieren filtern diese harnpflichtigen Stoffe aus dem Blut heraus, bilden den konzentrierten Harn und scheiden ihn über die Harnwege (Harnleiter, Blase und Harnröhre) aus.
  2. Rückgewinnung von Wasser und Salzen: Harnpflichtige Stoffe sind vor der Filtration durch die Nieren in Wasser gelöst. Dieses Wasser (und zugleich Salze) werden jedoch vom Organismus benötigt. Die Nieren filtern daher Wasser und Salze zurück, bis nur stark konzentrierter Harn vorliegt.

 

Durch den Funktionsverlust des Nierengewebes verliert der Hund also Wasser und Salze. Diesen Verlust versucht der Hund durch vermehrtes Trinken auszugleichen. Gleichzeitig reichern sich harnpflichtige Substanzen im Blut an und führen auf Dauer zu einer Urämie, einer Harnvergiftung.

Chronische Niereninsuffizienz tritt vor allem bei Hunden ab dem 7. Lebensjahr auf. Alterung ist also eine wichtige Ursache für die Erkrankung. Stoffwechselstörungen, Allgemeinerkrankungen oder unbemerkte Entzündungen der Nieren können ebenfalls an einer Niereninsuffizienz beteiligt sein und bereits in jüngeren Jahren zu Erkrankungen führen.