Durchfall kann viele unterschiedliche Ursachen haben. Daher geht es bei Durchfall zunächst einmal darum, die Ursache zu finden und diese nach Möglichkeit zu beheben. Gleichzeitig will man möglichst schnell die Symptome lindern – die Blähungen, die Bauchkrämpfe und den ständigen Stuhldrang. Hier gibt es eine Reihe ganzheitlicher Mittel, die helfen, bei Durchfall die richtigen Massnahmen zu ergreifen, um schnell wieder beschwerdefrei zu werden. Denn kaum einem Gesundheitsproblem kann man so gut naturheilkundlich begegnen wie einem akuten Durchfall.

Die Symptome bei Durchfall

Akuter Durchfall ist durch häufigen Stuhldrang gekennzeichnet, flüssigen Stuhl und meist auch durch Bauchkrämpfe. Da an eine Nahrungszufuhr kaum gedacht werden kann, ohne dass Übelkeit auftritt – insbesondere, wenn die Angelegenheit mit Beteiligung des Magens einhergeht (Magen-Darm-Infekt) – kommt es im Laufe der Erkrankung zu einem Schwächegefühl, das zur Ruhe zwingt.

Ursachen für akuten Durchfall

Falls sich die oben beschriebene Situation nach einigen Tagen wieder bessert, spricht man von einem akuten Durchfall. Ausgelöst wird er

  • durch Infektionen (Viren, Bakterien, Parasiten),
  • durch Lebensmittelvergiftungen (Salmonellen, Kolibakterien etc.),
  • durch ungewohnte Mengen bestimmter Lebensmittel
  • durch Medikamente
  • durch Angst- und Stresssituationen,

Tritt Durchfall innerhalb von vier Wochen häufig auf, und klingt er auch dann nicht endgültig ab, so spricht man von einem chronischen Durchfall.

Durchfall kann eine Dehydrierung des Körpers verursachen, da bedeutende Mengen an Wasser und Mineralstoffen verloren gehen, was für Tiere mit einem geschwächten Immunsystem schnell lebensbedrohliche Ausmasse annehmen kann.

Ursachen für chronischen Durchfall

Mögliche Krankheiten, die mit chronischen Durchfällen einhergehen bzw. Ursachen, die zu chronischen Durchfällen führen können, sind:

  • Morbus Crohn: Diese chronisch-entzündliche Darmerkrankung ist im unteren Dünndarm und im Dickdarm lokalisiert. Symptome: Darmfisteln, Fissuren, Fieber, Bauchschmerzen und Durchfallattacken (bis zu 15mal am Tag)
  • Colitis ulcerosa: Diese chronisch-entzündliche Darmerkrankung ist hauptsächlich auf den Dickdarm beschränkt. Hier zeigen sich oft blutige Durchfälle (bei Morbus Crohn sind sie unblutig) mit Geschwürbildung. Weitere Symptome: Blutarmut und deren Folgen wie Müdigkeit, Antriebsschwäche, Haut- und Gelenkerkrankungen.
  • Nahrungsmittelunverträglichkeiten (z. B. gegen Milch (Laktose))
  • Zöliakie (Glutenunverträglichkeit / Gluten = Getreideeiweiss)
  • Pankreatitis (Bauchspeicheldrüsenentzündung),
  • Schilddrüsenüberfunktion
  • Chronischer Stress
  • Reizdarm

Was geschieht bei einer normalen Verdauung?

Während des normalen Verdauungsvorganges gelangt die Nahrung vom Magen in den Dünndarm. Dort werden die Nährstoffe aus der Nahrung resorbiert und an das Blut weitergegeben. Der übrig gebliebene Speisebrei wird mit Hilfe der Darmperistaltik (den Darmbewegungen) in den Dickdarm befördert. Seine Aufgabe besteht nun u. a. darin, das im Speisebrei vorhandene restliche Wasser in den Körper aufzunehmen und die nun zu einem "Würstchen" geformten unverwertbaren Nahrungsbestandteile wiederum mittels peristaltischer Bewegungen zum Enddarm zu schieben, wo sie als Stuhl ausgeschieden werden.

Was geschieht bei Durchfall?

Bei Durchfall hingegen wird das Wasser aus dem Speisebrei nicht in den Körper aufgenommen (und die Nährstoffe meist auch nicht). Dafür hat der Darm im Falle des Durchfalles überhaupt keine Zeit.

Hier geht es darum, den Darminhalt schnellstmöglich wieder hinaus zu befördern. Zu diesem Zwecke wird das Wasser im Stuhl belassen. Doch nicht nur das. Zusätzliches Wasser und Mineralsalze werden aus dem Körper in den Darm abgegeben. Der Stuhl wird immer flüssiger und der Stuhldrang immer nachdrücklicher.

Durchfall ist meist eine Schutzmassnahme des Körpers. Er befördert die Nahrung deshalb so schnell wieder hinaus, weil ihm irgendetwas darin äusserst suspekt vorkommt, mit der Nahrung also irgendetwas aufgenommen wurde, was dem Körper – würde es in die Blutbahn geraten – ernsthaften Schaden zufügen könnte.

Viren

Dies trifft besonders bei Infektionen mit Viren und Bakterien zu. Viren sind die häufigste Ursache für infektiöse Durchfallerkrankungen. Viren können die Schleimhaut des Dünndarms schädigen und dadurch die normale Absorption von Wasser und Nährstoffen beeinträchtigen, wodurch Durchfall entsteht.

Bakterien/Parasiten

Bakterien, wie z. B. E.coli oder Salmonellen, aber auch Parasiten werden normalerweise über kontaminiertes Wasser oder entsprechend belastete Nahrungsmittel aufgenommen. Sie sondern Giftstoffe ab, die den Darm dazu veranlassen, Wasser und Salze abzugeben. Dadurch wird der Stuhl wässrig und es kommt zu Durchfall.

Lebensmittelvergiftung

Bei Lebensmittelvergiftungen lebten die Bakterien oft bereits in den Speisen, vermehrten sich dort und reicherten sie mit ihren Stoffwechselendprodukten (Bakteriengiften) an. Diese können für den Körper - je nach Bakterienart - hochgiftig sein und lassen sich auch durch Erhitzen nicht entfernen.

Bei einer EHEC-Infektion kommt es nicht nur zur Bildung von äusserst toxischen Bakteriengiften, sondern ausserdem zu einer Zerstörung der Darmschleimhautzellen.

Antibiotika

Nimmt Ihr Tier Antibiotika – aufgrund einer bakteriellen Infektion z.B. in der Blase – ein, so werden mit dieser Therapie nicht nur die bösen Bakterien in der Blase vernichtet, sondern auch die guten und nützlichen Bakterien im Darm. Dadurch können sich schädliche Bakterien z. B. Durchfall verursachende Bakterien rasch vermehren. Ein weiterer Grund, warum sich bei einer Antibiotikaeinnahme häufig Durchfall als Nebenwirkung einstellen kann, ist die peristaltikfördernde Wirkung mancher Antibiotika.

Medikamente

Abgesehen von Antibiotika gibt es noch andere Medikamente, deren Nebenwirkungen u. a. Durchfall mit einschliessen. Dazu gehören z.B. Schilddrüsenhormone, Eisenpräparate.

Psychische Belastungen

Viele Tiere reagieren auf psychische Belastungen mit erhöhter Darmtätigkeit und Durchfall. Auslöser können z. B. Angst oder Stress sein.

Der Einsatz von Heilkräutern

Kräutertees können bei Durchfall ausserordentliche Erfolge erzielen. Man verwendet dazu die sog. Gerbstoffdrogen. Gerbstoffe wirken sowohl keimhemmend als auch zusammenziehend. Sie dichten die Darmschleimhautoberfläche ab  und erschweren dadurch die Resorption toxischer Substanzen.