Unter einer Verstopfung versteht man die unregelmäßige Stuhlentleerung durch harten und zu trockenen Stuhl, die auch mit Anstrengung und Schmerzen bei der Entleerung verbunden sein kann. Zudem kann die Verstopfung mit weiteren Symptomen wie Blähungen, Übelkeit, Bauchschmerzen oder Krämpfen einhergehen.

Mögliche Ursachen einer Verstopfung

Eine Verstopfung kann unterschiedliche Ursachen haben.

Bewegungsmangel und ballaststoffarme Ernährung

Die häufigste Ursache für eine Verstopfung sind Bewegungsmangel sowie eine ballaststoffarme Ernährung. Verarbeitete Nahrungsmittel sind nicht nur ballaststoffarm. Sie haben ausserdem einen hohen Gehalt an Fett und Zucker, die den Verdauungsprozess verlangsamen können. Dadurch wird zu viel Flüssigkeit aus dem Stuhl absorbiert und eine Verstopfung entsteht.

Reizdarmsyndrom

Ein Reizdarm ist eine der häufigsten Ursachen für eine chronische Verstopfung. Durch Krämpfe im Darm verlangsamt sich die Darmbewegung und kann dadurch zur Verstopfung führen. Patienten mit einem Reizdarmsyndrom leiden häufig unter einem Wechsel von Durchfällen und Verstopfung.

Darmprobleme

Konkrete Darmprobleme sind natürlich ebenfalls mögliche, aber eher seltene Ursachen einer Verstopfung:

-Darmverengungen

Verengungen im Darm aufgrund von Narbengewebe, Tumoren oder Divertikeln (Ausstülpungen, die sich mit Kot füllen und entzünden können) können zu Verstopfungen führen.

-Darmschwäche

Kommt es zu Störungen in der Darmperistaltik, werden die Ausscheidungsprodukte nur noch langsam oder gar nicht mehr durch den Darm bewegt und es kommt zu einer Verstopfung.

-Dyschezie

Unter Dyschezie versteht man die Unfähigkeit zur Stuhlentleerung, obwohl Stuhldrang vorhanden ist.

-Kolorektalkrebs

Darmkrebs kann zu Verstopfung führen, geht aber noch mit weiteren Symptomen einher.

Andere Krankheiten

Eine Verstopfung kann auch als Symptom einer anderen Erkrankung, wie z.B. Diabetes oder einer Schilddrüsenunterfunktion auftreten.

Medikamente

Auch medikamentöse Behandlungen führen häufig zu einer Verstopfung. Einige dieser Medikamente sind:

  • Schmerzmittel (Opiate)
  • Narkosemittel
  • Antacida (Säureblocker), die Aluminum oder chemisches Kalzium enthalten
  • Beruhigungsmittel
  • Antihistaminika (z.B. gegen Allergien)
  • Hustenmittel
  • Antidepressiva
  • Eisenpräparate
  • Diuretika ("Wassertabletten")
  • krampflösende Mittel
  • Chemotherapeutika
  • häufiger Gebrauch von Abführmitteln

Wassermangel

Wenn nicht ausreichend stilles Wasser getrunken wird, versucht der Körper, die erforderliche Flüssigkeitsmenge im Blut aufrecht zu erhalten, indem er das benötigte Wasser aus dem Stuhl entfernt. Dadurch wird der Stuhl hart und trocken – mit der Folge einer Verstopfung.


Massnahmen, die den Stuhlgang anregen können

Moderate sportliche Betätigung

Regelmässige Bewegung aktiviert die Darmbewegung und verkürzt so die Aufenthaltsdauer des Speisebreis im Verdauungstrakt.

Ballaststoffreiche Ernährung

Ballaststoffe (Obst, Gemüse, Vollkornprodukte) binden Wasser im Verdauungstrakt und sorgen so für eine Erhöhung des Stuhlvolumens. Auf die Darmwände wird dadurch Druck ausgeübt und der Stuhlgang wird angeregt. Spezielle Ballaststoffe können auch in Form von Nahrungsergänzungen eingenommen werden.

Feste Essenszeiten einhalten

Regelmässig eingenommene Mahlzeiten fördern die normale Verdauungstätigkeit und können dabei helfen, eine Verstopfung zu verhindern.

Ausreichend stilles Wasser trinken

Wasser ist in der Lage, das Stuhlvolumen zu erhöhen, so dass der Stuhl leichter durch das Verdauungssystem transportiert werden kann und so einer Verstopfung vorbeugt.