Das Konstitutionsmittel

In der Klassischen Homöopathie nach Samuel Hahnemann sucht der Therapeut nach einem Mittel, welches zu einer Konstitution passt. Dies im Gegensatz zur Klinischen Homöopathie. Hier sucht er nach einem Mittel, das zu einem konkreten Leiden passt.

Der Begriff "Konstitution" in der Klassischen Homöopathie umfasst körperliche Gegebenheiten und weitere Merkmale wie

  • Knochenbau (zart, kräftig)
  • Kopfform
  • Eigenschaften des Haarkleides
  • Verhaltensweisen (anhänglich, ängstlich, schreckhaft etc.)
  • Lokalsymptome, Organbelastungen und die Anfälligkeit für bestimmte Erkrankungen (Magen, Darm, Erkältlichkeit etc.)
  • Modalitäten, d.h. alles, was sich bessernd (ameliorierend) oder verschlimmernd (aggravierend) auswirkt (Tageszeit, Jahreszeit, Wärme, Kälte etc.)
  • Causa (auslösende Ursache) z.B. Stress, Schreck, kalter Wind etc.

Die Konstitution des zu behandelnden Tieres ergibt sich folglich aus genetischen Gegebenheiten für Körperbau, Verhalten und Organfunktion, ist jedoch auch geprägt durch Aufzucht, Haltung und Umwelt.

Konstitutionsmittel sind Polychreste, d.h. Arzneien mit sehr vielen Symptomen, die sich bewährt haben bei bestimmten Krankheitsbildern.


Wichtige Konstitutionsmittel beim Hund sind (Beachten Sie jedoch: diese Angaben reichen selbstverständlich nicht aus, ein Tier einem Mittel zuzuweisen; dazu ist eine Anamnese nötig):

  • Arsenicum album, weisses Arsenik = der Arsenicum album Hund wirkt älter als er ist;  schleichende, sehr hartnäckige Erkrankungen; immer wiederkehrende Symptome (Periodizität); Vergiftungssymptome (Leber und Niere); neurologische Schäden (Schwäche, Steifheit); Abmagerung; schreckhaft, ängstlich
  • Graphites, Reissblei = fettleibige, gutmütige, gefrässige Hunde mit ruhigem Temperament; chronische Ekzeme; Gehörgangsentzündung; verstopfte Analbeutel
  • Lycopodium, Bärlapp = Hunde mit ausgeprägtem Charakter und langer Krankengeschichte, da sie sehr anfällig für Erkrankungen sind; launenhaft; eigenwillig oder aber liebesbedürftig und anhänglich; treffen Entscheidungen, die eigentlich der Hundeführer treffen sollte; oft Leberschwäche; anfällig für Störungen der Verdauung
  • Pulsatilla, Wiesenküchenschelle
  • Sepia, Tintenfisch
  • Silicea, Kieselsäure
  • Thuja, Abendländischer Lebensbaum = Hunde mit unauffälligem Verhalten; Hautsymptome (Warzen; Lipome)